Quelle: "Kölner", Ausgabe Nr. 3, März 2008
Der Team-Typ Der Schauspieler Carlo Ljubek überzeugt gerade als Siegfried in „Die Nibelungen" und als Philinte in „Der Menschenfeind" am Kölner Schauspiel. Ab März ist er in einem Film von fünf Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien auf der Kinoleinwand zu sehen. Mit uns sprach er über seine Begeisterung für Film und Theater.
Du bist seit der neuen Spielzeit fest am Schauspiel Köln engagiert. Gefällt es dir hier?
Ich finde es klasse, ja. Für mich ist das hier das erste Mal, dass ich so einen Neubeginn an einem Theater miterlebe. Ich schätze an Karin Beier und dem ganzen Team, dass sie es geschafft haben, so eine Truppe zusammenzustellen. Im Moment sieht es ja auch so aus, als ob es nicht nur der Schwung der Eröffnung ist, sondern dass das Ganze Bestand hat. Sie haben einen Kern geschaffen, der zusammenhält. Das ist ein tolles Gefühl, auch die Chance zu bekommen, mit solchen Leuten zu arbeiten wie beispielsweise Michael Wittenborn. Als ich auf der Schule war, war das jemand, zu dem ich hochgeguckt habe. Und auf einmal stehe ich mit solchen Leuten zusammen auf der Bühne. Das ist toll.
Du bist das erste Mal ins Theater gegangen, als du 21 warst. Hat der Theaterbesuch den Berufswunsch „Schauspieler" in dir geweckt?
Nee. Ich hab' immer nur Fußball gespielt. Das Theater hat mich erst mal nicht gereizt. Den Zauber habe ich erst später entdeckt. Eigentlich erst, als ich auf der Schauspielschule war.
Was hat dich denn dann bewegt, auf die Schauspielschule zu gehen?
Das war meine erste große Liebe. Ihre Schwester war mit einem heutzutage sehr berühmten Schauspieler zusammen, der aber damals noch nicht so bekannt war. Ich dachte: „Was der kann, kann ich auch." Und dann hat das auch geklappt.
Hattest du vorher andere berufliche Pläne?
Ich hatte immer den Traum, Fußballprofi zu werden, aber dazu hätte mein Talent wahrscheinlich nicht gereicht. Ich war auf der Hauptschule, habe meinen Realschulabschluss gemacht und wollte dann, wohl um den Leuten was zu beweisen, mein Abitur machen. Was ich dann studieren sollte, wusste ich aber nicht wirklich. Ich dachte an Germanistik und Geschichte. Wirklich überzeugt war ich davon nicht. Ich bin froh, dass es anders gekommen ist. Denn was ich jetzt mache, mache ich mit Überzeugung.
Gibt es Regisseure, mit denen du besonders gerne zusammenarbeitest?
Die Begegnung mit Karin Beier ist für mich ein ganz großer Gewinn. Sie ist mit Sicherheit eine von den Regisseuren, mit denen ich unbedingt noch mal arbeiten möchte. Und klar gibt es dann Regisseure, die ich im Theater gerne angucke, wie beispielsweise Jette Stecket die jetzt hier am Haus arbeitet. Ich habe zwei Abende von ihr gesehen, finde sie großartig und möchte total gerne einmal etwas mit ihr machen. Mit Jürgen Kruse zu arbeiten, würde mich auch interessieren. Das muss Wahnsinn sein.
Du spielst ja auch eine Rolle in dem Film „Die Österreichische Methode", der ein Gemeinschaftsprojekt von fünf Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien ist. Wie kam der Kontakt mit den Filmemachern zustande?
Erica von Moeller hatte von irgendjemandem den Tipp bekommen, dass ich zu einer Rolle in ihrer Episode passen könnte. Dann hat sie sich ein Stück mit mir angeschaut. Danach habe ich mich mit ihr und Catherine Seifert getroffen. Mit Catherine habe ich auch eine großartige Partnerin gefunden, mit der man schnell die Scham überwindet. Das ist ja auch immer ein Thema für uns, man muss sich trauen, aber das hat schnell funktioniert, so dass wir dachten, o.k., das kriegen wir hin.
Der Film ist ja thematisch keine leichte Kost In der Episode von Erica von Moeller geht es um eine todkranke Frau. Macht das die Dreharbeiten schwer?
Aber ja, das war ja auch so ein Thema. Ich fand am Anfang alles zu schwer, fünf Themen, die dich nur so in eine Depression stürzen. Ich dachte, dass man das irgendwie aufbrechen muss. Catherine und Erica hatten dasselbe Gefühl. Wir haben dann versucht, etwas Neues zu suchen, eine gewisse Lebendigkeit, mit der man jemandem, wenn auch nur für einen Moment, die Lust am Leben zurückgibt, durch eine Gemeinsamkeit, durch einen gemeinsamen Humor, den man fühlt.
Der Film oder das Theater, was begeistert dich mehr?
Grundsätzlich beides, aber das Theater hat eine Herangehensweise, die mir so wichtig ist, dass ich es nicht verlassen möchte. Der Schaffensprozess ist länger. Man kann wirklich suchen und ausprobieren, vor eine Wand laufen und sagen: „O.k., die Richtung ist nicht gut, neu!" Im Film ist man zu zweit oder zu dritt im Team, man probiert, und dann ist man schon wieder weg, dann sind die anderen dran. Man ist immer nur ein Teil. Beim Theater hat man viel mehr das Gefühl von Mannschaftssport. Aber ich mag beides sehr und ich möchte auch auf beides nicht verzichten.
Was wünscht du dir für die berufliche Zukunft?
Es wäre jetzt verlogen, wenn ich nicht sagen würde: Erfolg. Das wünscht sich jeder Schauspieler, eine Form von Gewollt- und Geliebtsein. Aber ich kenne so viele Kollegen, die ich wirklich schätze, die keinen Job haben und todunglücklich sind, während ich in Wiesbaden toll arbeiten konnte und hier den nächsten Schritt gefunden habe, der mich sehr glücklich macht. Daher fällt es mir schwer, noch Wünsche zu äußern. Erfolg ist ja auch immer nur ein kurzer Moment von Glück. Ich finde es komisch, meine Wünsche nur auf das Berufliche zu reduzieren. Ich brauche halt immer Freunde um mich herum, Menschen, die ich gerne habe, mit denen ich drei Stunden dasitzen und Backgammon spielen kann, ohne ein Wort reden zu müssen. Ich hätte gerne einen Spruch auf Lager, hab' ich aber nicht.
©Susanne Esch
Du bist seit der neuen Spielzeit fest am Schauspiel Köln engagiert. Gefällt es dir hier?
Ich finde es klasse, ja. Für mich ist das hier das erste Mal, dass ich so einen Neubeginn an einem Theater miterlebe. Ich schätze an Karin Beier und dem ganzen Team, dass sie es geschafft haben, so eine Truppe zusammenzustellen. Im Moment sieht es ja auch so aus, als ob es nicht nur der Schwung der Eröffnung ist, sondern dass das Ganze Bestand hat. Sie haben einen Kern geschaffen, der zusammenhält. Das ist ein tolles Gefühl, auch die Chance zu bekommen, mit solchen Leuten zu arbeiten wie beispielsweise Michael Wittenborn. Als ich auf der Schule war, war das jemand, zu dem ich hochgeguckt habe. Und auf einmal stehe ich mit solchen Leuten zusammen auf der Bühne. Das ist toll.
Du bist das erste Mal ins Theater gegangen, als du 21 warst. Hat der Theaterbesuch den Berufswunsch „Schauspieler" in dir geweckt?
Nee. Ich hab' immer nur Fußball gespielt. Das Theater hat mich erst mal nicht gereizt. Den Zauber habe ich erst später entdeckt. Eigentlich erst, als ich auf der Schauspielschule war.
Was hat dich denn dann bewegt, auf die Schauspielschule zu gehen?
Das war meine erste große Liebe. Ihre Schwester war mit einem heutzutage sehr berühmten Schauspieler zusammen, der aber damals noch nicht so bekannt war. Ich dachte: „Was der kann, kann ich auch." Und dann hat das auch geklappt.
Hattest du vorher andere berufliche Pläne?
Ich hatte immer den Traum, Fußballprofi zu werden, aber dazu hätte mein Talent wahrscheinlich nicht gereicht. Ich war auf der Hauptschule, habe meinen Realschulabschluss gemacht und wollte dann, wohl um den Leuten was zu beweisen, mein Abitur machen. Was ich dann studieren sollte, wusste ich aber nicht wirklich. Ich dachte an Germanistik und Geschichte. Wirklich überzeugt war ich davon nicht. Ich bin froh, dass es anders gekommen ist. Denn was ich jetzt mache, mache ich mit Überzeugung.
Gibt es Regisseure, mit denen du besonders gerne zusammenarbeitest?
Die Begegnung mit Karin Beier ist für mich ein ganz großer Gewinn. Sie ist mit Sicherheit eine von den Regisseuren, mit denen ich unbedingt noch mal arbeiten möchte. Und klar gibt es dann Regisseure, die ich im Theater gerne angucke, wie beispielsweise Jette Stecket die jetzt hier am Haus arbeitet. Ich habe zwei Abende von ihr gesehen, finde sie großartig und möchte total gerne einmal etwas mit ihr machen. Mit Jürgen Kruse zu arbeiten, würde mich auch interessieren. Das muss Wahnsinn sein.
Du spielst ja auch eine Rolle in dem Film „Die Österreichische Methode", der ein Gemeinschaftsprojekt von fünf Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien ist. Wie kam der Kontakt mit den Filmemachern zustande?
Erica von Moeller hatte von irgendjemandem den Tipp bekommen, dass ich zu einer Rolle in ihrer Episode passen könnte. Dann hat sie sich ein Stück mit mir angeschaut. Danach habe ich mich mit ihr und Catherine Seifert getroffen. Mit Catherine habe ich auch eine großartige Partnerin gefunden, mit der man schnell die Scham überwindet. Das ist ja auch immer ein Thema für uns, man muss sich trauen, aber das hat schnell funktioniert, so dass wir dachten, o.k., das kriegen wir hin.
Der Film ist ja thematisch keine leichte Kost In der Episode von Erica von Moeller geht es um eine todkranke Frau. Macht das die Dreharbeiten schwer?
Aber ja, das war ja auch so ein Thema. Ich fand am Anfang alles zu schwer, fünf Themen, die dich nur so in eine Depression stürzen. Ich dachte, dass man das irgendwie aufbrechen muss. Catherine und Erica hatten dasselbe Gefühl. Wir haben dann versucht, etwas Neues zu suchen, eine gewisse Lebendigkeit, mit der man jemandem, wenn auch nur für einen Moment, die Lust am Leben zurückgibt, durch eine Gemeinsamkeit, durch einen gemeinsamen Humor, den man fühlt.
Der Film oder das Theater, was begeistert dich mehr?
Grundsätzlich beides, aber das Theater hat eine Herangehensweise, die mir so wichtig ist, dass ich es nicht verlassen möchte. Der Schaffensprozess ist länger. Man kann wirklich suchen und ausprobieren, vor eine Wand laufen und sagen: „O.k., die Richtung ist nicht gut, neu!" Im Film ist man zu zweit oder zu dritt im Team, man probiert, und dann ist man schon wieder weg, dann sind die anderen dran. Man ist immer nur ein Teil. Beim Theater hat man viel mehr das Gefühl von Mannschaftssport. Aber ich mag beides sehr und ich möchte auch auf beides nicht verzichten.
Was wünscht du dir für die berufliche Zukunft?
Es wäre jetzt verlogen, wenn ich nicht sagen würde: Erfolg. Das wünscht sich jeder Schauspieler, eine Form von Gewollt- und Geliebtsein. Aber ich kenne so viele Kollegen, die ich wirklich schätze, die keinen Job haben und todunglücklich sind, während ich in Wiesbaden toll arbeiten konnte und hier den nächsten Schritt gefunden habe, der mich sehr glücklich macht. Daher fällt es mir schwer, noch Wünsche zu äußern. Erfolg ist ja auch immer nur ein kurzer Moment von Glück. Ich finde es komisch, meine Wünsche nur auf das Berufliche zu reduzieren. Ich brauche halt immer Freunde um mich herum, Menschen, die ich gerne habe, mit denen ich drei Stunden dasitzen und Backgammon spielen kann, ohne ein Wort reden zu müssen. Ich hätte gerne einen Spruch auf Lager, hab' ich aber nicht.
©Susanne Esch
