Interview zur ZDF-Komödie "Deutschmänner"

Quelle: ZDF

 

'Keine 'Hau-drauf-Komödie'

Interview mit Carlo Ljubek (Don) und Matthias Koeberlin (Kalle)

Die beiden Protagonisten berichten von ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit und der Kunst, die Zuschauer zum Lachen zum bringen, ohne in Klamauk abzurutschen.

Sendung vom 16.01.2006
ZDF: Herr Ljubek, Herr Koeberlin - war es für Sie beide ungewohnt, nach den intensiven fünfwöchigen Dreharbeiten für die "Deutschmänner" plötzlich nicht mehr jeden Tag zusammen zu sein?

Carlo Ljubek: Für mich war es schon eine Umstellung, denn die Chemie zwischen Matthias und mir stimmte von Anfang an. Schon beim Casting hatte es zwischen uns beiden "gefunkt". Wir waren während des gesamten Drehs nahezu unzertrennlich.

Matthias Koeberlin: Das Team hat uns zum Schluss sogar gehänselt: "Wie soll das nach Abschluss der Dreharbeiten mit euch nur weitergehen, ihr könnt ja gar nicht mehr ohne einander!" Ganz ehrlich: Carlo und ich hatten uns gesucht und gefunden. Es war eine kreative und gute Zeit. Bei aller Ernsthaftigkeit, die eine Komödie verlangt, hatten wir auch viel Spaß.

ZDF: Und hat es Spaß gemacht, einmal ein richtiger Macho sein zu dürfen?

Koeberlin: Natürlich war es klasse, mal so richtig auf die Tube zu drücken und mit Sonnenbrille und massig Gel im Haar den Obermacker herauszukehren. Die Figuren sind ja im ersten Teil des Films so angelegt, dass sie überdreht und überzeichnet gespielt werden sollen. Im Laufe der Geschichte machen beide Männer eine Entwicklung durch, sie werden sensibler, ernsthafter, zeigen Schwächen, Verzweiflung und Ängste. Diese Mischung machte für mich das Reizvolle an den Charakteren aus. Zudem zeigten mir die "Deutschmänner" wieder einmal mehr, was für eine harte Arbeit es ist, Menschen zum Lachen zu bringen, ohne in Slapstick abzurutschen. Man muss in einer Komödie Nuancen bedienen können, und das empfinde ich als große Herausforderung.

Ljubek: Wir waren uns einig, dass wir immer mitten im Gefühlschaos stecken, dass diese Komödie bei allem Witz und Tempo auch von Ehrlichkeit zwischen Freunden erzählt, vom möglichen Verrat am besten Freund, von Liebe und Eifersucht, von Gefühlen eben. "Deutschmänner" ist ja keine Hau-drauf-Komödie. Wir waren darauf bedacht, jegliche Kalauer zu vermeiden - das ist uns dank Ulli Baumann meiner Meinung nach gelungen.

ZDF: War das Thema Homosexualität mit Berührungsängsten besetzt?

Ljubek: Überhaupt nicht. Wir machen uns über Schwule weder lustig noch benutzen wir sie. Ich finde es zum Beispiel klasse, dass die Rolle des schwulen Ausstatters Sven mit Henning Baum besetzt wurde ...

Koeberlin: ... der ja nun weit entfernt ist vom typischen Klischee des schwulen Mannes. Ich sehe es genauso wie Carlo: Wir diskriminieren niemanden - darauf hat das ganze Team geachtet.

ZDF: Was spielt ihr zurzeit?

Koeberlin: Ich spiele eine ganz andere Hauptrolle: einen Meteorologen in dem TV-Zweiteiler "Tornado", den wir in Berlin drehen. Toll wäre es, wenn Carlo und ich irgendwann wieder gemeinsam vor der Kamera stehen würden.

Ljubek: Ich fahre zweigleisig. Im Staatstheater Wiesbaden stehe ich auf der Bühne und probiere das Stück "Leonce und Lena". Parallel dazu spiele ich in dem ZDF-Fernsehfilm "Freundschaft, Liebe, Tod" unter der Regie von Bernd Lange.