Bocholt Seit zwei Wochen läuft er im Kino: "Männer wie wir" - der Film über den schwulen Fußballer Ecki, der mit den "Lattenknallern" gegen seinen Ex-Klub, den FC Boldrup, antritt. Intimfeind von Ecki ist Udo - und der dürfte manchem Bocholter Kinogänger bekannt vorkommen: Denn Udo ist Carlo Ljubek und der ist in Bocholt geboren und aufgewachsen. Auch Fußball hat der 28-Jährige hier gespielt - beim SC26 Bocholt.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 27.10.2004
"Udo" kommt aus Bocholt
Bocholt Seit zwei Wochen läuft er im Kino: "Männer wie wir" - der Film über den schwulen Fußballer Ecki, der mit den "Lattenknallern" gegen seinen Ex-Klub, den FC Boldrup, antritt. Intimfeind von Ecki ist Udo - und der dürfte manchem Bocholter Kinogänger bekannt vorkommen: Denn Udo ist Carlo Ljubek und der ist in Bocholt geboren und aufgewachsen. Auch Fußball hat der 28-Jährige hier gespielt - beim SC26 Bocholt.
"Bei der Premiere in Köln war es ein ganz komisches Gefühl, sich selber so groß auf der Leinwand zu sehen", sagt Ljubek im BBV-Gespräch. Denn bisher hat der Wahl-Berliner hauptsächlich Theater gespielt und für Filme vor der Kamera gestanden, die noch nicht angelaufen sind. Schließlich kommt Ljubek gerade erst von der Schauspielschule - der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München.
"Ich war ja so naiv, als ich angefangen habe mit der Schauspielerei", sagt Ljubek. Während andere angehende Schauspieler vor Erfurcht erstarren, wenn sie die Namen der berühmten Schulen hören, studierte Ljubek einfach mal drei Rollen ein, ohne vorher jemals auf einer Bühne gestanden zu haben, und sprach vor. Ergebnis: München und Berlin wollten ihn annehmen, bei der Folkwang-Schule in Essen sagte er die Endrunde ab, weil er sich schon für München entschieden hatte.
Dabei hatte alles ganz anders angefangen: Nachdem er auf der Arnold-Janssen-Schule in Bocholt den Realschulabschluss gemacht hatte, ging Ljubek in München in die Lehre als Industrie-Kaufmann. Dann machte er das Abitur nach, fing an, in Köln Deutsch und Geschichte zu studieren.
Parallel probierte er aber in Improvisations-Workshops das Schauspielen aus, und das machte ihm so viel Spaß, dass er sich bei den Schulen bewarb. Noch während der Schulzeit drehte er den Film "Heimkehr", bekam ein festes Engagement am Staatstheater Wiesbaden, wo er jetzt den Don Carlos gibt. Demnächst kommt außerdem "Kammerflimmern" mit Carlo Ljubek in die Kinos.
Seine Leidenschaft sei noch immer das Theater, sagt Ljubek. Und er finde es schade, dass den Schülern in Bocholt so wenig Gelegenheit gegeben werde, mit der Klasse ins Theater zu gehen. "Im ganzen Ruhrgebiet sind doch so tolle Schauspielhäuser und in Bocholt gibt es auch gute Inszenierungen", sagt Ljubek. Trotzdem habe er nur mal ein Kinderstück gesehen. Sein Traum ist deshalb: "In eine Klasse gehen, ein Theaterstück lesen und zusammen gucken: ,Was steht drin?`, ,Was berührt das Herz?`." Denn auf die Gefühle komme es beim Theater an. Schauspieler müssten "mit Gefühlen spielen".
Früher habe er leidenschaftlich Fußball gespielt, erzählt Ljubek. Bei Preußen Köln finanzierte er sich sein Studium. "Ich wollte Fußball-Profi werden, aber dazu reichte das Talent nicht." Umso willkommener war die Rolle des "Udo", wo Fußball und Schauspielerei zusammen kamen.
